Nachdenken

Ich bin müde.
Manchmal denke ich, dass andere immer auf dem Gipfel stehen. Dass es für sie leichter ist, dass es ihnen besser geht. Und ich sammle nur Steine auf meinem Weg: immer schwerer, immer anstrengender. Es wäre so schön, wenn es endlich leicht sein dürfte.

Manchmal zweifle ich. An mir selbst, an meinem Weg, daran, ob all dieser Kampf überhaupt Sinn hat. Bin ich genug? Gehe ich in die richtige Richtung?

Dann erinnere ich mich daran, dass Lasten nicht für immer getragen werden müssen. Ich darf einen Moment stehen bleiben. Die Schuhe ausziehen, in den Sack schauen, die schweren Steine herausnehmen. Sie noch einmal betrachten, verstehen, warum sie hineingekommen sind — und sie dann ablegen.

Und die größeren Steine? Dafür braucht es einen Weggefährten. Jemanden, der hilft, der da ist, wenn es allein nicht mehr geht. Jemanden, der diesen Weg schon gegangen ist und aus seinen eigenen Steinen Wegweiser, Bänke oder Brücken für andere gebaut hat.

Ich weiß, dass ich damit nicht allein bin. Und du bist es auch nicht. Wir alle haben schon Lasten getragen. Aber wir müssen sie nicht für immer mit uns tragen.

Manchmal muss man anhalten, um leichter weitergehen zu können. Du kannst wählen, über welche Brücke du gehst, wie lange du am Geländer verweilst. Du kannst entscheiden, ob du hinübergehst oder umkehrst, ob du das unnötige Gewicht ins Wasser wirfst oder es mit auf die andere Seite nimmst. Vielleicht hast du noch gar nicht wirklich angeschaut, was du all die Zeit getragen hast.

Weißt du, ich gehe weiter — neben meiner Unsicherheit, meinen Zweifeln, meinen Ängsten.
Denn eines weiß ich sicher: Meinen größten Stein kann ich von der Brücke, die du gebaut hast, ins Flussbett werfen.

~ Dajbukát Ildikó
Spirit Touch Healing