Ich schaue auf die Felder dieses Jahres.
Ausgetrocknete Böden.
Sinkende Pegel von Flüssen und Seen.
Waldbrände.
Immer extremere Erscheinungen in der Natur.
Und ich schaue auf den Menschen.
Mental ausgebrannt.
Körperlich erschöpft.
Seine Seele dürstet.
Eine seltsame Parallele.
Die Erde trocknet aus – und der Mensch auch.
Sind wir wirklich sicher, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat?
Über Jahrhunderte hinweg war die Erde nicht einfach nur ein Rohstoff. Der Mensch wusste, dass er von ihr lebt. Er beobachtete sie, kümmerte sich um sie, passte sich ihr an und wusste auch, dass er nicht über alles herrscht.
Und genauso war es mit dem Geist.
Der Mensch wusste, dass seine Existenz mehr ist als das, was man besitzen, im Wettbewerb erringen, beweisen oder zu Geld machen kann.
Heute haben beide einen seltsamen Platz in unserem Wertesystem bekommen. Was lässt sich aus ihnen herausholen ...
Der Boden ist wertvoll, wenn er Ertrag bringt.
Der Mensch, wenn er Leistung bringt.
Die Zeit, wenn wir sie „sinnvoll“ nutzen.
Wissen, wenn es Gewinn bringt.
Und der Geist? Selbst seine Existenz stellen wir infrage, solange er sich nicht verkaufen lässt ...
Was sollen wir damit anfangen in einer Welt, die vor allem das zu schätzen weiß, was einen Preis hat?
Wie viel ist die Quelle des Lebens wert?
Wie sollen wir das mit einem Preis versehen, woraus überhaupt erst jeder andere Wert entstehen kann?
Und was nährt uns wirklich?
Denn unser Körper lebt nach wie vor von der Erde.
Auch in uns gibt es etwas, das genauso hungert, wenn wir es von dem trennen, was es nährt. Wovon haben wir uns entfernt? Was verleugnen wir? Wonach sehnen wir uns?
Es geht nicht einfach darum, dass der Mensch müde ist. Sondern darum, dass wir uns mit immer mehr Dingen versorgen können und gleichzeitig immer weniger wissen, was das Leben selbst in uns nährt.
So vieles trocknet gleichzeitig um uns herum und in uns aus, weil wir vergessen haben:
Das Leben ist nicht nur eine Ressource. Es ist eine Quelle.
Wir können die Erde ausbeuten.
Uns selbst auch.
Vielleicht sind das gar nicht zwei verschiedene Geschichten?
Vielleicht sind Geist und Materie zwei Seiten derselben Existenz.
Dajbukát Ildikó
spiritenergy.hu
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