Neulich sagte ich, dass ich bereit bin, dieses Leben in seiner jetzigen Form loszulassen — ich wählte das Nichts.
Eine Energie zog mich in die tiefste Dunkelheit hinein.
Ich würde es mit einem wachen Koma vergleichen.
Ich hörte und nahm alles wahr, was um mich herum geschah, doch es machte mich stumm, verschloss meine Stimme, und meine Muskeln erschlafften. Während Wellen von Weinkrämpfen durch mich hindurchgingen, wurden äußere Bewegungen immer weniger, doch innerlich tauchten blitzschnell Ereignisse auf: Geschichten meines eigenen Lebens, die Schmerzen meiner Ahnen, Energien aus anderen Zeitebenen — und jedes Mal verbrannte ich darin zu Asche. Immer wieder zerfiel ich.
Meine Liebsten bemerkten, dass ich mich in einer spirituellen Erfahrung befand. Sie umgaben mich mit Liebe. Sie wollten mich nicht daraus herausreißen, sie hielten mich einfach nur im Arm. Was durch sie zu mir floss, hatte eine überwältigende Kraft — eine Kraft, die Welten erschaffen oder zu Staub zermahlen kann. Gleichzeitig hielt sie mich sicher und beschützt, sodass ich diese Selbstauflösung vom Abend bis zum nächsten Vormittag vollkommen durchleben konnte. Das Bewusstsein lebte sich selbst.
Es war unglaublich intensiv und zugleich wunderschön. Eine besondere Auflösung. Eine tiefe Integration des Schattens. Ich bin dankbar dafür.
Es ist ein Geschenk, selbst zum Quantenfeld zu werden — in einem Augenblick Millionen Leben zu durchqueren, zu sehen und zu fühlen, wie individuelle und kollektive Traumata durch uns hindurch gehen und sich lösen, wenn Zeitlinien, Dimensionen und Räume ineinanderfließen.
Und wenn die Stille von etwas völlig Neuem erfüllt wird, werden Körper, Seele und Geist in diesem reinen Raum zu einer abgestimmten Kraft, Quelle und Unterstützung.
Es gibt in mir keine Flucht mehr vor der Dunkelheit.
Auch das bin ich.
Das Feuer hat mich nicht nur verbrannt.
Es hat mich geformt.
Sichtbar und ganz.
Das Licht ebenso.
Der Schatten ebenso.
Eins.
Und in dieser Klarheit kämpfen Glaube, Herz und Verstand nicht länger gegeneinander in mir — sie bewegen sich endlich in dieselbe Richtung. In den Dienst des Geistes. Auf die Seite des Lebens.
Das ist unser aller Schatz: die Leichtigkeit des Fliegens.
Wenn der Mensch nicht mehr nur überleben will, sondern wirklich präsent ist. Wenn er in der Freude des alltäglichen Seins die Welt lebt und erschafft, die er in sich gesehen hat — und sich erinnert, egal was in ihm oder um ihn geschieht. Wieder ganz in seinem Wesen. Eins mit seinem Bewusstsein. Geerdet. Klar. Verkörpert.
Spiritualität ist weder die Illusion noch die Theorie oder Mode des Verstandes — auch wenn gerade der Verstand versucht, daraus etwas zu machen, um das getrennte Ich zu bewahren.
Die Wirklichkeit, die Wahrheit, ist einfacher, als wir denken.
Sie ist in uns und direkt vor unseren Augen.
Sie war immer hier.
Mit Ritualen oder ohne sie, lachend oder weinend, mit Gott oder mit dem Glauben an dich selbst…
Es spielt keine Rolle.
Jeder Atemzug bist du.
Beobachte ihn. Atme.
Die dunkelste Nacht der Seele ist Auflösung und Vollendung zugleich.
Mit Liebe,
Dajbukát Ildikó
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