Seit meinem 16. Lebensjahr lebe ich mit Hunden.
Ich habe ganz bewusst nicht geschrieben, dass ich einen Hund habe. Denn für mich ging es dabei nie um Besitz. Sondern um ein gemeinsames Leben.
Das versteht nicht jeder. Manche nennen es Hundekult. Sie fragen, wen ich zuerst retten würde: einen Menschen oder ein Tier?
Aber warum sollte ich mich entscheiden müssen?
Was sollte mich daran hindern, mich für beide zu entscheiden? Und warum sollte mir nicht auch eine Pflanze, ein Wald, ein Fluss, ein See und die Erde selbst genauso wichtig sein?
Warum müssen wir die verschiedenen Formen des Lebens einander gegenüberstellen und nach ihrem Wert ordnen?
All das ist unsere Welt.
Und genau hier verlieren wir uns, wenn wir glauben, dass alles nur für uns da ist. Dabei sind auch wir Teil dieses Lebens. Wir stehen nicht darüber, wir leben mittendrin.
Es sind keine voneinander getrennten Einzelteile, zwischen denen wir entscheiden können, welches wertvoller ist. Es ist ein miteinander verwobenes Leben, in dem alles aufeinander aufbaut, sich gegenseitig erhält und unterstützt.
Wenn wir Demut und Respekt vor dem empfinden, was uns aufnimmt, ernährt und am Leben erhält, gehen wir ganz anders damit um.
Lieben bedeutet, Verantwortung zu übernehmen.
Nicht nur etwas zu bekommen, zu benutzen oder sein Eigen zu nennen und es dann allein zu lassen, wenn es unbequem wird, zu viel Mühe macht oder wir es gerade nicht mehr brauchen.
Das gilt für ein Tier. Das gilt für einen Menschen. Und es gilt auch für die Welt, von der wir leben.
Für einen Hund bist du seine ganze Welt. Ihn interessiert weder dein gesellschaftlicher Status noch dein Kontostand, deine Leistung oder wie viele Menschen dich für wichtig halten.
Er kennt deine Stimme. Deine Schritte. Deinen Geruch. Er spürt, wenn sich etwas in dir verändert. Er legt sich neben dich. Lehnt sich an dich. Wartet auf dich.
Das Vertrauen gehört seit Urzeiten zu uns. Und auch die bedingungslose Liebe.
Vielleicht sollten nicht wir Menschen von ihnen lernen, wie man liebt, sondern einfach die Köpfe aneinanderlegen und gemeinsam in diesem Gefühl verweilen.
Durch sie können wir uns an etwas erinnern, das wir einst noch wussten.
Dass Liebe kein Besitz ist. Und dass eine Beziehung so viel mehr ist als Ausnutzung.
Fürsorge bedeutet, Verantwortung für das zu übernehmen, was sich uns anvertraut. Und ebenso Verantwortung für das, wofür wir uns selbst entschieden haben.
Dafür braucht es manchmal tatsächlich keine Worte.
Es genügt, einem Hund in die Augen zu schauen.
Und sich zu erinnern.
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